Was ist dran an der Gesichtsmassage?

So richtig überzeugt war ich von der jünger machenden Wirkung einer Gesichtsmassage nie. Aber dann entdeckte ich bei einem meiner letzten Besuche in Los Angeles einen neuen Trend…

Im schicken West Hollywood wurde kürzlich ein sogenanntes “Face Gym” eröffnet. Ja, genau, eine Art Studio fürs Gesicht. Allerdings macht man dort nicht selbst Gymnastik, sondern es wird – wie in einem Massagestudio – von einem Profi das Gesicht massiert. Und zwar mit ganz speziellen Griffen und Techniken. Diese Behandlung soll sofort frischer und erholter aussehen lassen und dazu noch gegen Falten wirken. Also genau das, was gerade in Hollywood gefragt ist. Und tatsächlich: Jeder sieht nach dem Treatment entspannter und jünger aus, hat eine pralle, rosige und glatter wirkende Haut wie nach einer Woche Urlaub. Ein erstaunlicher Vorher-Nachher-Effekt nach teilweise nur 30 Minuten Massage.

Ich wurde überzeugt von der Wirkung einer intensiven Gesichtsmassage. Und eigentlich ist es ja auch ganz klar: Ein entspanntes Gesicht wirkt immer frischer und jünger als ein verkniffenes. Wir kräuseln die Stirn, die Zornesfalte wird immer tiefer, wir ziehen die Mundwinkel nach unten, unsere Mimik ist angespannt… Das zeigt sich dann auch in unserer Ausstrahlung und kleinen Fältchen. Wenn die Gesichtsmuskeln aber weniger verkrampft sind, sind auch unsere Gesichtszüge entspannter und wir sehen wieder jünger und erholter aus.

Eine Massage hat viele positive Wirkungen auf die Haut: Sie regt die Durchblutung an, die Haut wird so intensiv mit Sauerstoff versorgt und kann insgesamt besser arbeiten und sich regenerieren. Der Lymphfluss wird aktiviert. So werden Giftstoffe schneller abtransportiert. Und die Kollagenproduktion wird angeregt. Dadurch beugen wir sogar langfristig schlaffer Haut und Fältchen vor. Und durch den leichten Akkupressurdruck werden z. B. Schwellungen rund um die Augen gelindert. Wenn man dann dabei noch ein pflegendes Produkt aufträgt, um so besser. Denn durch die Massage werden die Wirkstoffe noch intensiver in die Haut geschleust.

Eine Massage lässt nach einer zu kurzen Nacht schnell wieder frischer aussehen, macht den Teint rosig. Täglich angewandt ist sie ein gutes Anti-Aging-Mittel. Natürlich lassen sich Falten nicht einfach wegmassieren. Aber regelmäßig angewandt kann sie den Alterungsprozess verlangsamen.

Und noch eine gute Nachricht: Wir müssen nicht unbedingt in ein Studio in West Hollywood. Wir können die Massage auch selbst machen – bei unserer täglichen Pflegeroutine, beim Auftragen  der Gesichtscreme oder eines Gesichtsöls. Entweder mit den Fingern oder – noch intensiver – mit einem speziellen Stein (“Gua Sha”) oder – mein Favorit – mit einem der neuen Massage-Roller, z.B. aus Jade oder Rosenquarz. Diese Roller haben zwei Walzen aus glatt poliertem Stein, eine größere für Wangen und Stirn und eine kleinere für die Augenpartie.

Massagen mit Heilsteinen sind übrigens nicht neu. In Asien werden sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin bereits seit dem 7. Jahrhundert angewandt. Jade sagt man eine reinigende, antientzündliche und abschwellende Wirkung nach. Daher ist Jaderoller besonders gut für die unreine Haut geeignet. Rosenquarz hingegen soll bei Spannungen und Stress helfen, beruhigend auf irritierte Haut wirken.

Und so funktioniert die Massage:

Nach der Reinigung trägst Du Dein Lieblingsprodukt – Deine Creme, Dein Serum oder Gesichtsöl (z. B. Anti-Aging-Acaibeeren-Öl) – auf und beginnst, es mit dem Roller einzuarbeiten. Kleiner Tipp: Wenn die Poren geöffnet sind, können die Pflegestoffe noch besser in die Haut gelangen. Du kannst dafür vorher zum Beispiel  einfach einen warmen Waschlappen kurz aufs Gesicht legen.

Bei der Massage mit den Steinen gilt stets: von der Mitte nach außen, von unten nach oben und immer nur in eine Richtung streichen und je Bereich zwei bis drei Minuten.

1. Rolle mit der kleinen Rolle vom Oberlid in Richtung Ohr, anschließend vom äußeren Augenwinkel ebenfalls zum Ohr.

Danach setzt Du die kleine Rolle im Bereich unter den Augen an und rollst wieder in Richtung Ohr.

2. Nun mit der großen Rolle von der Ober- und Unterlippe bis hin zum Ohr gleiten. Anschließend vom Kinn entlang des Kieferknochens zum Ohr.

3.  Dann von der Stirnmitte jeweils bis zum Ohr.

4. Und jetzt noch vom Unterkiefer über die Wangen zum Oberkiefer rollen. Und von der Kieferunterseite entlang des Halses zum Schlüsselbein.

Reinige den Roller bzw. Stein nach jeder Anwendung unter fließendem Wasser. Und kleiner Tipp: Kalter Stein lässt müde Augenpartien noch besser abschwellen. Lege den Roller deswegen am besten über Nacht in den Kühlschrank. So hast Du morgen früh gleich einen tollen Wachmacher zur Hand. Die Stars in West Hollywood machen es daheim nicht anders…

Eure Daniela