Öko-Lifestyle?!


Ein Rätsel zum Beginn. Was ist das?
Farben: Lila, ein verwaschenes Beige, Grün oder Braun.
Frisur: welche Frisur? Zerzauster Vollbart bei den Männern, Pferdeschwanz bei den Frauen.
Fähigkeiten: stricken, töpfern, Makramee-Beutel knüpfen und Protestplakate malen.
Wer sich an die Achtzigerjahre erinnern kann, der sieht sie noch vor sich: Männer und Frauen in Latzhosen, strickend und lächelnd. Im deutschen Bundestag so fremd wie ein Anzugträger am Badestrand. Die ersten Parlamentarier dieser Gattung riefen viele Emotionen hervor, vor allem Unverständnis, Empörung und Verachtung. Was hatten diese Faulenzer, diese Besserwisser, diese ungepflegten Gestalten in den heiligen Hallen der deutschen Demokratie verloren? Hatten sie denn überhaupt keinen Anstand?
Die Empörung war groß. Das Unverständnis auch. Was wollten die denn überhaupt? Es war doch alles in bester Ordnung! In Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt nichts als Frieden. Nahrungsmittel in Hülle und Fülle. Die Umwelt sauber und sicher …

Der Beginn der Öko-Bewegung – Frieden

Halt, das muss ein anderer Planet gewesen sein! Also, noch einmal, wie sah es denn aus in den späten Siebzigern, Anfang der Achtziger?
Die Welt war in zwei feindlichen Lagern erstarrt. Der Kalte Krieg zwischen der westlichen Welt unter der Führung der USA und dem Ostblock mit der Sowjetunion an der Spitze hing wie ein Damoklesschwert über allen Nationen. Frieden konnte man das nur nennen, wenn einem das Ausbleiben eines atomaren Weltkriegs als Definition schon reichte. Ansonsten war der Krieg nur zwischen den direkten Kontrahenten kalt. Stellvertreterkriege in allen möglichen Teilen der Welt sorgten dafür, dass der Begriff Frieden ad absurdum geführt wurde. Die Babyboomer kennen die Fernsehbilder der Kuba-Krise oder des Vietnam-Kriegs. Und nahezu jeder heute kennt das Schreckens-Foto des kleinen Mädchens, das vor dem Napalm im Vietnamesischen Dschungel davonläuft.
Selbst in den Teilen der Welt, die nicht direkt von einem kriegerischen Konflikt betroffen waren, fühlte sich der `Frieden´ bedrohlich an. Stichwort: Gleichgewicht des Schreckens! Die atomare Aufrüstung sollte beide Blöcke so sehr in Furcht und Schrecken halten, dass keiner einen direkten Angriff wagen würde.
Der `Bund für Umweltschutz´ gründete sich kurz nach dem am 26. 11. 70 von einem Tübinger Professor gehaltenen Vortrag mit dem Thema `Überleben im Atomzeitalter´. Daraus resultierte in den 70er- und 80er-Jahren die Anti-Atomkraft-Bewegung. Im April 1986 manifestierte sich die Gefahr der Atomindustrie im Größten Anzunehmenden Unfall in Tschernobyl. Unverständlich? Naiv? Empörend?

Gerechtigkeit

Aus den kriegerischen Auseinandersetzungen und dem globalen Wirtschaftssystem ergaben sich massive Ungerechtigkeiten. Während in einigen Teilen der Welt Überfluss und Verschwendung an der Tagesordnung waren, starben in anderen Millionen an Hunger und Unterernährung. Hungersnöte in Biafra, in der Sahelzone und in Äthiopien forderten Millionen Todesopfer. Dabei spielte es für die Umweltbewegung eine wichtige Rolle, dass diese Katastrophen nicht nur auf tragische Wetterbedingungen zurückzuführen waren, sondern auch schwer durch Kriege und Umweltzerstörung geprägt waren. Das war kein unabwendbares Schicksal, das war von Menschen herbeigeführt! Das musste doch zu ändern sein! Naiv? Unnötig?

Umweltzerstörung

Die erste UN-Umweltkonferenz im Juni 1972 lenkte den Blick auf Probleme, denen man in den Jahrzehnten zuvor nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Jetzt drängten sich Schlagworte ins Bewusstsein wie: Waldsterben, Ozonloch und Luftverschmutzung.
Waren bislang Umweltprobleme nur lokal in Angriff genommen worden, so wurde jetzt klar, dass das Problem ein globales war. Nachhaltigkeit wurde zum Begriff. Der Schutz der Heimat war nicht mehr alten Männern in Gamsbarthüten vorbehalten, sondern wurde von der Jugend aufgegriffen und umgewandelt.
Exemplarisch stehen dafür die Flüsse in Europa. Mitte des 20. Jahrhunderts waren viele von ihnen biologisch tot, verunreinigt und missbraucht als Kloake, Mülleimer der Industrie und großer Städte. Der Rhein galt als toter Fluss, Fische waren so gut wie ausgerottet. Mancherorts glänzte das Ufer silbern von den toten Fischen, die angespült worden waren. 1971 gilt als Höhepunkt der Wasserverschmutzung ohne jegliche Reinigung durch Kläranlagen oder Filter.
Einige Zeit später wurde deutlich, dass die Wälder unter einer Kombination verschiedener Chemikalien, bekannt als Saurer Regen, zu leiden hatten. Bilder von kahlen Bäumen, toten Wäldern und Gebirgszügen machten Furore. Das Waldsterben erschreckte alle.
Dann kam das Ozonloch. Über der südlichen Erdhalbkugel verdünnte sich die lebensnotwendige Schicht in der Atmosphäre zunehmend und die gefährliche Strahlung der Sonne gelangte bis zum Erdboden.
Umweltverschmutzung zerstörte zudem die Böden, die Meere und die Luft, und bedrohte Gesundheit und Leben. Dagegen auf die Barrikaden zu gehen – naiv? Unnötig? Lächerlich?
Aus all diesen Quellen nährte sich das Bewusstsein, dass es so nicht weitergehen durfte. Die Systeme, die bisher ohne Anfechtung funktioniert hatten, mussten erneuert oder abgeschafft werden. Das war die feste Überzeugung der ersten Vertreter der Öko-Bewegung. Männer in Anzug und Krawatte hatten die Welt an den Rand des Abgrunds geführt. Jetzt sollten es Menschen in Latzhosen und Strickstrümpfen übernehmen, anderen die Augen zu öffnen und neue Lösungsansätze zu finden.
Was vielen befremdlich und lächerlich erschien, war die direkte Reaktion auf jahrzehntelange Fehlentscheidungen und Nichtbeachtung von Ursache und Wirkung. Man wollte sich bewusst vom Lebensstil der bisherigen Elite abgrenzen. Dazu gehörte eine andere Lebensweise, nachhaltig, achtsam und behutsam. Die Umwelt und andere Lebewesen sollten geschont werden. Daraus entstand auch die Bewegung des Vegetarismus und des Veganismus. Auch Tiere und Pflanzen gehören zur Umwelt, das wurde mehr als deutlich. Die Angehörigen der Öko-Bewegung bemühten sich um einen Lebensstil, der ihre Umwelt nicht mehr als notwendig belastete. `Jute statt Plastik´– ein Schlagwort, das die Runde machte. Kleider sollten aus recycelbaren Materialien bestehen, Gebrauchsgegenstände durften nicht mehr für Jahrhunderte auf Müllhalden liegen oder in giftigen Wolken verbrannt werden.
Selbstversorgung lag im Trend. Der naturnahe Anbau von Gemüse und Nahrungsmitteln, der Verzicht auf Gifte in der Landwirtschaft wurden zur Pflicht. Diese Veränderungen betrafen schließlich nicht nur die Nebenkriegsschauplätze, sondern auch die Gesellschaft an sich. Es sollte keine Klassengesellschaft mehr sein, keine extrem reichen Schichten, die sich die Ressourcen untereinander aufteilten, keine Armen, die sich das gesunde Leben nicht leisten konnten. Dieses Utopia war Teil der Öko-Bewegung. Naiv? Möglicherweise. Unnötig? Kaum. Lächerlich? Auf keinen Fall!
Die Ideen der Öko-Bewegung waren und sind lebenserhaltend.

Und heute?

Mittlerweile ist es (fast) nirgendwo auf der Welt eine Frage, ob die Umwelt geschützt werden sollte. Wissenschaftler warnen auf der ganzen Welt vor Klimaerwärmung, Luftverschmutzung oder Raubbau an den natürlichen Ressourcen.
Die Ökos von heute haben rein optisch nicht mehr viel Ähnlichkeit mit ihren Eltern, obwohl Jutebeutel noch immer und sogar immer mehr im Gebrauch sind. Ökologisch angefertigte Kleidung muss heute nicht mehr nach Altkleidersammlung aussehen und ökologisch angebaute Nahrung erhält man nicht nur im Eigenanbau. Achtsames Einkaufsverhalten wird einfacher, vegan leben sogar zum Lifestyle.
Sind Ökos also lächerlich? Naiv? Unnötig?
Immer weiter verbreitet sich ein neuer Lifestyle: Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Naturnähe. Wer heute Öko ist, der ist auf dem neuesten Stand.
Blattkultur Hamburg beweist genau das mit seiner Linie 8sam. Naturkosmetik auf dem höchsten Stand, gleichzeitig aber von hoher Achtsamkeit gegenüber der Natur. 8sam trägt zur Lösung vieler Probleme bei, indem sowohl an Mensch als auch Umwelt gedacht wird. Die Naturkosmetik von Blattkultur Hamburg berücksichtigt faire Preise auch für die Hersteller und eine faire Behandlung von Tieren, indem alle Produkte vegan hergestellt werden.
Ein Öko zu sein ist heute nicht mehr lächerlich, es ist ein Erfordernis. 8sam macht das ein bisschen einfacher.

Euer BLATTKULTUR-TEAM