Zeit für Erleuchtung – alles rund um Ostern.

Hallo Ladies, wir steuern auf Ostern zu und da komme ich nicht umhin, Euch passend zum Osterhasi eine kleine und latent peinliche Anekdote aus meinem Leben zu erzählen. Auch wenn ich mich selbst natürlich als sehr ernstzunehmende, seriöse Person sehe, habe ich in meinem Freundeskreis doch tatsächlich den unfassbaren Spitznamen Bunny weg. Ist das zu glauben? Woher der Name kommt, weiß keiner mehr so richtig, aber er hat eine steile Eigendynamik genommen und führte dazu, ich erspare Euch die Hintergründe, dass ich heute ein tätowiertes Häschen auf meiner Haut trage. Andere haben ein sogenanntes Arschgeweih, ich ein Bunny. Das finden meine Freunde so unterhaltsam, dass ich regelmäßig entsprechende Geschenke mit meinem speziellen Langohr darauf bekomme. T-Shirts, Schlüsselanhänger und sogar ein tolles Feuerzeug. Bugs wäre neidisch.

Als nun die Aufgabe kam, etwas über Ostern zu schreiben, dachte ich also als erstes an Bunny, an Schokolade, lustige Eiersuchen und Zeit mit meiner Familie. Das ist es nämlich anscheinend, was Ostern vorrangig für die meisten bedeutet. Dann passierte während ich schrieb die Tragödie von Christchurch. In meiner Erschütterung begann ich, einmal mehr über Glauben und Religion nachzudenken. Wobei ich da eine recht einfach gestrickte Meinung habe: Jeder Mensch sollte seinem Glauben frei folgen können, so lange dabei niemand zu Schaden kommt. Ich bin ja eh ein großer Verfechter von Toleranz, egal, ob es um Religion, Hautfarbe oder sexuelle Ausrichtung geht. Mich interessiert der Mensch an sich und sonst gar nichts. Mag aber insbesondere bei Glaubensfragen daran liegen, dass ich zu weit weg von all dem bin, um es beurteilen zu können. Schließlich bin ich weder getauft noch religiös. Ich verstehe, dass Menschen ihr Glaube wichtig ist und erkenne, dass nahezu jedem Glauben positive Ansätze zu Grunde liegen, die leider nur nicht immer ebenso positiv ausgelegt und gelebt werden. Das fängt bei mir schon mit „Liebe Deinen Nächsten“ an.

Was mich allerdings verwundert ist, dass hierzulande eine Menge Leute kaum eine Ahnung haben, wofür die Feiertagen eigentlich stehen. Und das gilt insbesondere für Ostern, immerhin die höchste christliche Feierlichkeit. Für viele bedeutet Ostern vorrangig freie Tage, Zeit mit der Familie, Ostereiersuchen für die Kleinen. Der Kirchengang, der für manche fest zu Weihnachten gehört, fällt zu Ostern dann schon gern mal aus.

Wie immer habe ich ein bisschen herumgefragt. Dass es um die Auferstehung von Jesus geht, scheint allgemein bekannt, aber dann wird es schon eng. Wofür die einzelnen Tage stehen oder warum Ostern immer an einem anderen Termin liegt, wissen tatsächlich eher wenige. Deshalb mache ich jetzt mal den zusammenfassenden Ostern-Erklärbär.

Woher der Name Ostern kommt, ist tatsächlich ungeklärt, auch wenn es diverse Ansätze gibt. Aber Ostern wird auch das Fest der Hoffnung genannt. Die Auferstehung Jesu und der Sieg über den Tod gibt den Menschen Hoffnung auf ewiges Leben. Am Gründonnerstag fand das letzte Abendmahl Jesu und seiner Jünger statt. An diesem Abend entstanden zwei wichtige Symbolhandlungen, die bis heute überdauerten. Das Teilen des Mahls zu seinem Gedenken, welches heute durch Hostie und Wein symbolisiert wird, und die Fußwaschung, die Jesu an seinen Jüngern vornahm, um ihnen die dienende Nächstenliebe nahe zu bringen. Am nächsten Tag, dem Karfreitag (Kar bedeutet Kummer), starb Jesus am Kreuz. Die tatsächlichen Ostertage beginnen mit dem Ostersonntag, an welchem das Grab Jesu leer aufgefunden wurde und er seinen Jüngern erschien. Deshalb beginnt mit diesem Tag auch die 50-tägige Freudenszeit, die bis Pfingsten andauert.

Deutlich schwerer zu erklären ist, warum Ostern – und daraus resultierend auch Pfingsten – in jedem Jahr zu einem anderen Zeitpunkt gefeiert werden. Schließlich sollte man meinen, dass Jesus Todestag – ebenso wie der Tag seiner Geburt – an ein festes Datum gebunden ist. Der Festlegung der Ostertage liegen allerdings sowohl das jüdische Pessachfest als auch heidnische Traditionen zugrunde. Somit fällt Ostern bei uns immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, also zwischen den 22. März und den 25. April.

Und was ist mit Hasi?

Tatsächlich waren mir die meisten Fakten rund um Ostern bereits bekannt. Wie so häufig hat mich meine Neugier irgendwann mal dazu bewogen, das alles genauer wissen zu wollen. Ich verbringe übrigens viele meiner schlaflosen Nächte damit, meine Festplatte zwischen den Ohren mit nützlichem und weniger nützlichem Wissen zu füttern. Deshalb weiß ich auch, dass Donald Duck zeitweise in Finnland verboten war, weil er keine Hose trägt. Pfffff, und das ausgerechnet im Land der Sauna. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Wenn es aber darum geht, warum ein Hase Eier versteckt, stand auch ich bis heute vor einem Rätsel. Mit gutem Grund, denn es gibt ganz einfach nicht die eine sinnvolle Erklärung. Bemalte Eier gibt es in vielen Religionen. Im Christentum stehen Eier beispielsweise für die Auferstehung. Ein weiterer, ganz pragmatischer Grund könnte sein, dass während der Fastenzeit der Verzehr von Eiern nicht erlaubt war. Um diese für später haltbar zu machen, und sie dann zu Ostern verputzen zu können, wurden sie gekocht und gefärbt. Die unterschiedlichen Farben zeigten an, wie alt die jeweiligen Eier waren.

Hasi hingegen kam erst deutlich später ins Spiel, nämlich im 17. Jahrhundert. Ob es daran lag, dass er als Zeichen der Fruchtbarkeit galt, in der Tiersymbolik für Jesus stand oder im Frühling auf Nahrungssuche vermehrt in den Gärten auftauchte, bleibt ungeklärt. Seinen durchschlagenden Erfolg erhielt er jedenfalls erst durch die Schokoladen- und Spielzeugindustrie.

Das waren viele Fakten und ich hoffe, ich habe Euch nicht damit gelangweilt. Mich hat die Recherche zu dem Thema tagelang zum Nachdenken und zum Austausch mit anderen angeregt. Die Geschichte der letzten Tage von Jesus sowie die Gründe für seine Verurteilung erscheinen mir heute aktueller denn je. Sie scheinen sich durch die Jahrtausende, durch alle Religionen und durch das tägliche Leben zu ziehen. Ich frage mich, warum manche Menschen ihren Weg als den einzig richtigen anerkennen, anstatt als einen von vielen möglichen Wegen. Nahezu jeden Tag wird man mit fehlender Toleranz konfrontiert. Da scheint ein Schritt neben der Norm häufig schon ausreichend.

Deshalb werde ich Ostern in diesem Jahr ein wenig anders begehen. Klar freue ich mich auf die Familienzeit und viele Schokohäschen, aber ich werde die freien Tage auch nutzen, um mal wieder in mich zu gehen und das Gespräch mit Familie und Freunden zu suchen. Nur durch einen ständigen Austausch ist es möglich, Verständnis aufzubauen und Toleranz zu erzeugen. Kommunikation bringt uns Dinge näher, die wir vorher als befremdlich empfunden haben und schafft das Bewusstsein, dass wir am Ende doch alle nur Menschen sind. Und wer weiß, ob nicht der Osterpunsch dazu führen wird, dass auch das Bunny mal wieder einen seiner seltenen Auftritte hat. Denn eines hat der gute alte Roberto Blanco dann doch absolut richtig erkannt: Ein bisschen Spaß muss eben auch sein.

In dem Sinne, Ladies, bis bald und seid lieb zu Euren Nächsten.

Eure Kathy

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