Hinter jeder großen Frau, stehen große Frauen!

Hallo Ladies, rechtzeitig zum Weltfrauentag am 8. März, habe ich mich mal ein bisschen umgehört. Welches Bewusstsein wird diesem Tag überhaupt eingeräumt, wie ist er entstanden und wie ernst wird er eigentlich genommen? Das Ergebnis war etwas ernüchternd. Ja, viele nehmen Frauenrechte natürlich ernst. Andere hingegen verstehen gar nicht, warum das in unserer Zivilisation eigentlich noch so ein Thema ist. Schließlich geht es den Frauen in Deutschland doch weltweit mit am besten. Manche Männer belächeln den Tag sogar gern mal. Ja, ja, die Emanzen. Und ich  dachte nur so: Echt jetzt?

Kommen wir mal zu den Fakten. Der erste Weltfrauentag fand 1911 statt und allein in Berlin gingen 45.000 Frauen auf die Straße. Damals stand vorrangig das Wahlrecht für Frauen im Fokus, welches 1918 auch tatsächlich im Reichswahlgesetz verankert wurde. Damit gab es zwar das Wahlrecht, aber trotzdem keine Gleichstellung. Im Laufe der Jahre rückten Themen wie Anspruch auf Bildung, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, legaler Schwangerschaftsabbruch oder Arbeitsschutz in den Vordergrund. Trotzdem haben bis heute Frauen in vielen Ländern immer noch erschreckend wenige Rechte. Ehrenmorde, Zwangsheirat, Genitalverstümmlung, Frauenhandel bis zur völligen Entmenschlichung. Ja, man kann sagen, da geht es uns in Deutschland wirklich gut. Oder?

Fakt ist nämlich auch, dass es bei uns in vielen Bereichen noch keine Gleichstellung gibt. Hinsichtlich der Bildung haben wir Frauen nicht nur aufgeschlossen, sondern sind tendenziell vorbei gezogen, aber was kommt danach? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit entspricht häufig noch immer nicht den Tatsachen und in vielen Bereichen, insbesondere der Wirtschaft oder Politik, bleiben wir unterrepräsentiert. Unter 15 % der börsennotierten Dax Unternehmen haben weibliche Vorstände. Damit schneiden wir international so richtig mies ab.

Ich persönlich würde mich jetzt nicht als „Emanze“ beschreiben. Wo soll es auch herkommen, stamme ich doch aus einer Familie mit eher patriarchalischem Hintergrund. Mir geht auch nicht gleich die Hutschnur hoch, weil eine Frau in der Werbung ihre Reize zeigt. Ja, Sex sells, und den Coca Cola light Mann habe ich auch noch nie vollbekleidet gesehen. Allerdings reagiere ich schon verwundert, wenn man mit mehreren Leuten eine Autotour startet und noch immer häufig automatisch davon ausgegangen wird, dass die Frauen hinten sitzen. Unabhängig davon, ob sie vielleicht sogar die längeren Beine haben. Klar, das ist Peanuts im Vergleich zu anderen Themen. Und trotzdem…

Mir persönlich fällt es gelegentlich noch immer schwer, die Mitte zu finden. Bist Du als Frau im Job tough, bist Du eine Zicke. Gleiches Verhalten wird bei Männern als zielstrebig und Führungskompetenz wahrgenommen. Bist Du zu weich, bekommst Du ganz schnell die Dummsdorf-Aufgaben reingedrückt, auf die sonst keiner Lust hat. Und auch im Privatleben fällt es mir nicht immer leicht, eine Balance zu finden.

Tinder & Co. haben mir einen erschreckenden Einblick gegeben in das, was Männer sich so wünschen. Also unbedingt weiblich sollen Frauen sein, zum Pferdestehlen auch und Männer wollen das Gefühl vermittelt bekommen, auch noch solche sein zu können. Lax ausgedrückt, ein bisschen Anhimmeln ist auch willkommen, schließlich will man sich auch mal gebraucht fühlen und ein bisschen der Held sein. Aber die Frauen sollen natürlich auch absolut selbstständig sein, unabhängig, stark. Aber bitte auf High Heels. Gleichzeitig stirbt der Gentleman scheinbar aus. Feuer geben, Tür aufhalten oder mal in den Mantel helfen? Keine Selbstverständlichkeit mehr. Versteht mich nicht falsch, ich komme prima allein in meine Joppe, nur fühle ich mich dann auch nicht immer unbedingt sehr weiblich behandelt in dem Moment. Trotzdem habe ich mir um des lieben Friedens Willen angewöhnt, durchaus mal Hilfe beim Wechseln der Glühbirne zu benötigen. Dass ich die Lampe vorher selbst angebohrt und mit einem Dimmer versehen habe, muss Mann ja in dem Moment nicht unbedingt wissen.

Mir ist klar, dass wir Frauen schon viel erreicht haben. Aber wenn ich mir manche meiner Freundinnen anschaue, dann weiß ich auch, was sie täglich wuppen. Sie arbeiten hart, ziehen ihre Kinder groß, machen Sport, stemmen ihren Haushalt, sitzen beim Elternabend, sind tolle Ehefrauen, gute Freundinnen und finden irgendwie noch die Zeit, sich sozial zu engagieren. Und wenn sie dann mal erkältet sind, kneifen sie die Pobacken zusammen und ziehen es durch. Sie sind tatsächlich Karrierefrau, Mutter, beste Freundin, heiße Liebhaberin und auch noch stets ein gepflegter Anblick und in shape. Quasi die eierlegende Wollmilchsau auf zwei Beinen. Wenn ich ehrlich bin, kenne ich nicht viele Männer, die all das unter einen Hut bringen (müssen).

Was ich mit all dem sagen möchte: Frauen sind toll. Ich liebe meine Mädels, die so patent ihren Alltag wuppen. Die selten mal klagen dabei oder sich hängen lassen. Die stolpern und wieder aufstehen. Vielleicht nicht immer sofort, aber irgendwann schon. Die Frauen dieser Welt stemmen so vieles im Stillen, bauen auf, halten am Laufen, halten alles zusammen. Oft genug unerkannt, nicht honoriert, als selbstverständlich angesehen. Und deshalb ist es so wichtig, unablässig und unbeirrt weiter für die Rechte der Frauen einzustehen. Wir sollten zusammenhalten, uns gerade machen und zur Not akzeptieren, dass es manchmal nur in Babyschritten vorangeht. Fortschritt und Entwicklung ist das Ziel, für jede Einzelne von uns und für alle Frauen da draußen.

Deshalb Ladies, lasst diesen Tag nicht einfach vergehen. Nutzt ihn, um mal inne zu halten und die Dinge zu überdenken. Und tut Euch mal wieder etwas Gutes. Bis bald…..

Eure Kathy

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