Akne und Hautirritationen. Welche Rolle spielen dabei Milchprodukte?

Dass unsere Ernährungsweise Auswirkungen auf die Haut hat, ist seit langem bekannt…..

Bisher ging man davon aus, dass vor allem der Konsum von Nahrungsmitteln, die viel Zucker enthalten, mit einem hohen Risikopotenzial für Hautirritationen einhergeht. Es gilt als erwiesen, dass der Genuss von Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen, auch die Symptome der Akne verschlimmert – dazu zählen neben reinem Zucker etwa Produkte, die aus Weißmehl hergestellt werden, wie Kuchen, Kekse oder Burger. Das ergibt aus ernährungswissenschaftlicher Sicht auch durchaus Sinn: Die Konzentration von Hormonen und Wachstumsfaktoren, die Einfluss auf die Aktivität der Talgdrüsen haben, sinkt mit niedrigerem Blutzuckerspiegel ab, ein Blutzuckeranstieg lässt sie ebenfalls ansteigen.

Weniger bekannt ist dagegen, dass sich auch eine hohe Zufuhr von Milch, Käse und Joghurt negativ auf die Hautgesundheit von Akne-Patienten und Patientinnen auswirken kann. Einen diesbezüglichen Verdacht gab es zwar schon länger – einige Beobachtungs- und Fall-Kontroll-Studien zum Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Akne stammen bereits aus den 1940er-Jahren –, ausreichend evidenzbasiertes Material wurde jedoch erst in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren gesammelt und ausgewertet. Eine 2018 publizierte Metaanalyse, die Daten von insgesamt beinahe 80 000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Akne systematisch verglich, kommt zu recht eindeutigen Ergebnissen. Die dänischen und US-amerikanischen Wissenschaftler/innen untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen westlicher Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an Milchprodukten und der Ausprägung der Akne-Erkrankung. Dieser erschien naheliegend, da die Prävalenz der Akne mit etwa 80% der Gesamtbevölkerung in den westlichen Ländern sehr hoch ist und sich nicht allein durch Vererbung erklären lässt.

Aus den Ergebnissen des systematischen Reviews lässt sich ablesen, dass schon ein relativ geringer Milchkonsum von einem Glas Vollmilch pro Tag die Entstehung von Akne in der erfassten Altersgruppe von 7 bis 30 Jahren statistisch relevant erhöht. Menge und Frequenz des Milchkonsums sind dabei nur von geringer Bedeutung. In Ländern, in denen traditionell auch nach dem Kleinkindalter noch viel Milch konsumiert wird, ist die Akne stärker verbreitet. Das ist vor allem in Nordeuropa der Fall, wo die genetisch bedingte Laktaseverträglichkeit im Gegensatz zu den südeuropäischen und afrikanischen Ländern sehr hoch ist – Menschen, die Milch auch noch Erwachsenenalter gut vertragen, trinken folglich mehr davon.

Ob ein zeitlich begrenzter Verzicht auf Milchprodukte eine sinnvolle Option für Betroffene ist, die Symptome der Akne lindern oder gar einen Ausbruch der Krankheit verhindern kann, ist noch nicht ausreichend geklärt. Aus diesem Grund gibt es auch noch keine allgemeine Empfehlung für einen Milchverzicht bei Akne. Im Einzelfall kann der Verzicht aber zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes führen – es ergibt also Sinn, wenn Betroffene einfach ausprobieren, ob ihre Akne-Symptome durch Milchkonsum entstanden sind: Produkte, die aus Milch hergestellt werden oder einen hohen Milchanteil enthalten, sollten einfach für einige Wochen vom Speiseplan gestrichen werden.

Was ist Akne und wie entsteht sie?

Akne ist ein Sammelbegriff, der viele verschiedene Formen von Erkrankungen der Talgdrüsen und der Haarfollikel vereint. Als Folge dieser Störung entstehen sogenannte Komedonen, nichtentzündliche Mitesser, die sich im weiteren Verlauf entzünden und zu Papeln, Pusteln und Knötchen weiterentwickeln. Als besonders störend empfinden Betroffene, dass diese Hautveränderung bevorzugt im Gesichtsbereich auftauchen.

Akne ist die weltweit häufigste Hauterkrankung überhaupt – jedoch ist die Ausbreitung regional sehr unterschiedlich: Während nahezu 100% der Engländer und Engländerinnen irgendwann im Leben unter den unangenehmen Pickeln leiden, sind Menschen der südlichen Hemisphäre nur sehr selten von Akne betroffen. Besonders stark gefährdet sind Jugendliche, nach der Pubertät bilden sich die Ausformungen der Akne oft spontan zurück. Nur bei etwa 10% der Betroffenen bleibt die Akne auch im Erwachsenenalter bestehen. Ob die Krankheit behandelt werden muss, hängt vom Schweregrad der Hautirritationen ab.

Hautirritationen: Richtige Ernährung und Pflege sind essenziell

Nicht nur bei Akne, auch bei chronischen Erkrankungen der Haut wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) und genereller Neigung zu „Problemhaut” sind eine bewusste, nährstoff- und vitaminreiche Ernährung und ein gesunder Lebensstil von großer Bedeutung. Neben Milch und zuckerhaltigen Lebensmitteln gelten auch Nikotin und Alkohol als mögliche Auslöser von Hautunreinheiten – auf sie sollte deshalb verzichtet werden. Es ist heute glücklicherweise nicht mehr so schwierig, gute Alternativen für Milchprodukte zu finden: Statt herkömmlicher Joghurts stehen Desserts aus Mandel- oder Sojamilch zur Verfügung, aus Hefe, Nussmus oder Tempeh lassen sich geschmacklich hervorragende vegane Käseersatzprodukte herstellen.

Unbedingt auf den Speiseplan sollten dagegen Nahrungsmittel, die reich an Antioxidantien und Mineralstoffen sind: Vitamin E spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle bei der Zellerneuerung der Haut, Zink und Zinkverbindungen unterstützen die Wundheilung und werden bei Akne auch therapeutisch als Salbe eingesetzt. Viel frisches Gemüse, Obst und eine ausreichende Portion an Nüssen pro Tag zu sich zu nehmen fördert somit die Hautgesundheit. Auch auf ausreichendes Trinken sollte nicht vergessen werden: Eine gesunde Haut benötigt Flüssigkeit – etwa 1,5 Liter pro Tag sollten durch Getränke aufgenommen werden, den Rest bezieht der Körper aus der festen Nahrung. Am besten erzielt man die empfohlene tägliche Trinkmenge mit ungesüßten Tees und Wasser.

Neben gesunder Ernährung und Genussmittelverzicht stellt die richtige Hautpflege einen wichtigen Faktor zur Prävention und Reduktion von Hautproblemen dar. Kosmetische Produkte, die irritierende Zusatzstoffe enthalten, die natürliche Hautbarriere schädigen oder stark parfümiert sind, eignen sich nicht für die Anwendung auf geschädigter Haut. Geeignete Pflegeprodukte sollten hautberuhigend und leicht entzündungshemmend wirken und die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen. Dazu eignen sich zum Beispiel natürliche Produkte auf Basis von Copaibaöl besonders gut. Seine Inhaltsstoffe werden von den Ureinwohnern des Amazonasgebietes aufgrund der antibiotischen und pilzhemmenden Wirkung traditionell zur Behandlung von Entzündungen, Hautunreinheiten und Schmerzen verwendet.

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